Finanzplanung

Notgroschen: Wie viel Reserve brauchst du wirklich?

Der Kühlschrank gibt den Geist auf, das Auto muss in die Werkstatt, oder das Einkommen fällt für ein paar Wochen weg. Solche Momente kommen bei jedem. Der Unterschied zwischen Stress und Gelassenheit ist oft nur eine Sache: ein Notgroschen. Also eine Reserve, an die du jederzeit rankommst.

Die Faustregel: zwei bis drei Nettogehälter

Als grobe Orientierung gilt: Zwei bis drei Nettogehälter gehören als Reserve auf eine Sichteinlage oder ein Tagesgeldkonto, das jederzeit verfügbar ist. Verdienst du netto 2.500 Euro im Monat, sind das rund 5.000 bis 7.500 Euro. Diese Summe fängt die allermeisten Alltags-Überraschungen ab, ohne dass du dafür einen Kredit brauchst oder eine langfristige Anlage auflösen musst.

Warum Gehälter und nicht Ausgaben? Weil dein Einkommen der Maßstab für deinen Lebensstandard ist. Fällt es weg, willst du deinen gewohnten Alltag eine Weile weiterführen können, ohne sofort alles umzustellen.
Beispiel: Notgroschen bei 2.500 € Nettoeinkommen
2.500 € 1 Nettogehalt 5.000 € Basis (2×) 7.500 € Komfort (3×)
Zwei bis drei Nettogehälter als jederzeit verfügbare Reserve. Der genaue Wert hängt von deiner Situation ab.

Wer mehr zurücklegen sollte

Die zwei bis drei Gehälter sind ein Startwert, keine feste Grenze. In manchen Situationen ist mehr sinnvoll:

  • Selbstständige mit schwankendem Einkommen sichern sich oft eher drei bis sechs Monatseinnahmen.
  • Familien mit nur einem Einkommen tragen mehr Verantwortung auf einer Schulter.
  • Eigentümer sollten zusätzlich an mögliche Reparaturen am Haus denken.

Wo der Notgroschen hingehört

Entscheidend ist die Verfügbarkeit. Der Notgroschen gehört nicht in Aktien, nicht in einen langfristigen Sparplan und nicht in eine Anlage mit Kündigungsfrist. Er gehört auf ein Tagesgeld- oder Verrechnungskonto, von dem du morgen ans Geld kommst. Ein bisschen Zins ist ein netter Bonus, aber nicht der Zweck. Der Zweck ist Sicherheit.

Wichtig ist auch die Abgrenzung: Der Notgroschen ist nicht dein Urlaubsbudget und nicht die Rücklage fürs nächste Auto. Das sind eigene Töpfe. Der Notgroschen bleibt unangetastet, bis wirklich etwas Unvorhergesehenes passiert.

Erst die Reserve, dann der Vermögensaufbau

Viele wollen sofort investieren und überspringen die Reserve. Das rächt sich, wenn dann etwas dazwischen kommt und man die frisch angelegte Geldanlage im ungünstigsten Moment wieder verkaufen muss. Deshalb ist die Reihenfolge klar: Erst der Notgroschen, dann der planvolle Vermögensaufbau darauf aufbauen. So bleibt dein langfristiges Geld auch wirklich langfristig investiert.

Mein Tipp: Richte einen Dauerauftrag ein, der direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf dein Tagesgeld schiebt, bis dein Notgroschen steht. Was du nicht siehst, gibst du nicht aus.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine individuelle Finanz-, Steuer- oder Anlageberatung. Genannte Faustregeln sind Orientierungswerte. Deine persönliche Situation besprechen wir am besten im direkten Gespräch. Stand: 2026.